Im Jahre 1898 erfolgte eine Erhebung über die Anzahl, Art und Lebensweise der im Lande
Mecklenburg-Schwerin lebenden Körperbehinderten. Unter der Schirmherrschaft der Herzogin
Elisabeth, Gemahlin des damals regierenden Herzogs Albrecht zu Mecklenburg, wurde am 8.
Juli 1899 in Schwerin beschlossen, eine "Krüppelanstalt" in Rostock zu gründen.
Im Jahre 1900 wurde in der Friedrichstrasse die "Landeskrüppelanstalt Elisabeth Heim" eröffnet.
Sieben Jahre später (1907) war der Neubau des "Elisabeth Heimes" in der Ulmenstraße bezugsfertig.
Ab 1913 konnten dort durch einen Erweiterungsbau 65 Kinder betreut
werden. Sie erhielten
Schulunterricht und die Möglichkeit einer Berufsausbildung.
1919 wurde die medizinische Betreuung
in die Hände von Dr. P. F. Scheel gelegt, dem zu dieser Zeit einzigen Facharzt für Orthopädie in
Mecklenburg. Unter seiner Leitung erfolgte die schrittweise Umstellung der Anstalt auf klinische
Belange.
1925 wurden durch bauliche Veränderungen ein Operationssaal und ein Turnsaal geschaffen. Man
erwarb ein fünfstöckiges Wohnhaus am Kaputzenhof 11, in dem die erste "Orthopädische Ambulanz
Rostocks" eröffnet wurde. Auf dem Parkgelände des Elisabeth Heimes wurden weitere Baracken
zur Unterbringung einer Kinderstation sowie von Werkstätten errichtet.
Im zweiten Weltkrieg mussten wegen ungeeigneter Luftschutzeinrichtungen die Klinik und das Heim
geschlossen und die Patienten nach Kühlungborn verlegt werden.
Nach dem Krieg wurde das Gebäude
des Elisabeth Heimes zur Orthopädischen Klinik umgebaut, während das Heim in das einstige
Rostocker Armenhaus zog. Im Jahre 1946 war mit der Umbenennung der "Landeskrüppelanstalt
Elisabeth Heim" und der Einrichtung des Lehrstuhls für Orthopädie der Medizinischen Fakultät
der Universität Rostock die Geburtsstunde der heutigen Orthopädischen Universitätslinik.
Die Leitung wurde Herrn Dr. Mestern erteilt. Nach dem Tode von Dr. Mestern übernahm Dr. Scheel
erneut die Klinikleitung. 1953 wird Prof. Dr. Scheel auf den Lehrstuhl für Orthopädie berufen.
Nach dem Tode von Prof. Dr. Scheel wurde Prof. Dr. Seyfarth auf den Lehrstuhl für Orthopädie an
der Universität Rostock berufen. Unter seiner Leitung wurden bis 1975 der Operationssaal erweitert,
eine Kinderstation, ein Forschungslabor und ein Fotolabor eingerichtet.
Im September 1975 übernahm Dozent Dr. Jaster kommissarisch die Leitung der Orthopädischen
Universitätsklinik. Ein Jahr später, im September 1976, erfolgte seine Berufung zum ordentlichen
Professor und damit zum Leiter der Klinik.
1977 wird eine neue Poliklinik in der Waldemarstraße eingerichtet, 1986 die Operations-
abteilung renoviert und eine Röntgenabteilung in Betrieb genommen.
Prof. Dr. Jaster leitete
die orthopädische Klinik bis 1993.
Prof. Dr. Mach übernahm 1993 die Klinikleitung, die er 1999
aus gesundheitlichen Gründen an Prof. Dr. Buchmann übergab.
Bis zur seiner Pensionierung
im Jahre 2001 war Prof. Dr. Buchmann kommissarischer Direktor der orthopädischen
Universitätsklinik.
Von März 2001 bis Oktober 2003 wurde die Klinik durch Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. V. Jansson
geleitet. Die Erweiterung der Forschungsschwerpunkte in der Endoprothetik, auf dem Gebiet
des Tissue Engineering und der Tumororthopädie gehen mit der klinischen Anwendung
modernster innovativer Verfahren im klinischen Alltag einher.
Unter der Leitung der Ordinarien Professor Dr. P. F. Scheel (1948-1959), Prof. Dr. H. Seyfarth
(1959-75), Prof. Dr. D. Jaster (1975-1992), Prof. Dr. J. Mach (1992-1999) und Prof. Dr.
Dipl.-Ing. V. Jansson (seit 2001) entwickelte sich die Klinik zu einem Zentrum der operativen
Orthopädie mit umfangreichen Lehr- und Forschungsaufgaben.